Anmelden

Mamma-PE [Probeexzision wegen Geschwulst der Brust]

Begriffserklärung

Sie oder Ihr Arzt haben bei der Untersuchung der Brust einen Knoten festgestellt oder es wurde bei einer Röntgenuntersuchung der Brust [Mammographie] ein verdächtiger Befund erhoben. Wegen der Gefahr, dass es sich dabei um Brustkrebs handeln könnte, sind daraufhin weitere Abklärungen vorgenommen worden. Die geplante Operation soll durch eine feingewebliche Untersuchung sicherstellen, ob es sich dabei um eine gutartige Veränderung oder um Brustkrebs handelt.

Operationstechnik

Über einen bogenförmigen Schnitt direkt über dem Befund wird der Knoten mit einem genügend grossen Sicherheitsabstand aus dem Drüsenkörper der Brust entfernt. Ist der Knoten nicht spürbar, sondern nur auf dem Röntgenbild sichtbar, so muss der Befund vor der eigentlichen Operation in der Röntgenabteilung in Lokalanästhesie mit einem feinen Draht markiert werden, damit er bei der Mamma-PE auch gefunden wird.

Die Wunde wird danach genäht, wobei resorbierbares Fadenmaterial zur Anwendung gelangt, sodass eine Fadenentfernung entfällt. Eine Drainage wird nicht eingelegt, damit sich der entstandene Defekt im Drüsenkörper auffüllen kann. Damit wird vermieden, dass eine später sichtbare Einziehung der Brust entsteht.

Anästhesie

Eine Mamma-PE muss in Narkose durchgeführt werden.

Komplikationen

Jede Operation birgt Risiken, die lokal oder als allgemeine Komplikationen auftreten können. Lokale Komplikationen dieser Operation sind Wundheilungsstörungen oder Infektionen, was beides sehr selten vorkommt. Eine Durchtrennung von Hautnerven kann im betroffenen Areal zu einer Gefühlsstörung führen, die in der Regel durch die Versorgung aus umgebenden Hautnerven über Wochen wieder verschwindet.

Eine Blauverfärbung der operierten Brustregion durch Einblutung in die Umgebung ist häufig und verschwindet innert weniger Tage von alleine wieder. Selbst bei optimaler Operationstechnik ist eine diskrete Einziehung der Brust im operierten Bereich nicht immer zu vermeiden und die Narbe bleibt in jedem Fall sichtbar.

Allgemeine Komplikationen wie Lungen- oder Blasenentzündung, Venenthrombosen oder sogar Lungenembolien sind heute extrem selten geworden. Einerseits werden Sie dagegen prophylaktisch Spritzen bekommen, andererseits ist es wichtig, nach der Operation sobald wie möglich aufzustehen.

Prognose

Die Prognose hängt vom Resultat der feingeweblichen Untersuchung ab. Dieses trifft in der Regel innert 5 - 7 Tagen ein. Ich werde Sie sofort nach dessen Eintreffen zur Besprechung in die Sprechstunde einladen.

Operationsdauer und Spitalaufenthalt

Die Dauer der Operation beträgt 30 - 40 Minuten. Die Operation kann ohne weiteres ambulant durchgeführt werden, wenn keine weiteren wesentlichen Erkrankungen bestehen.

Meine Sekretärin wird Sie einen Tag nach der Operation anrufen, um sich zu erkundigen, wie es Ihnen geht.

Mithilfe

Ihre Mithilfe durch sorgfältige Beantwortung meiner Fragen, die Angabe von Risiken und Komplikationen im Zusammenhang mit früheren Operationen oder Ihrem Beruf, sowie die Befolgung der Anordnungen des medizinischen Personals helfen wesentlich, das Risiko des bevorstehenden Eingriffes so klein wie möglich zu halten.

Verhalten nach der Operation

Nach einer Mamma-PE können Sie Ihr tägliches Leben normal fortführen. Vielleicht benötigen Sie in den ersten Tagen ein leichtes Schmerzmittel, das Ihnen nach der Operation mitgegeben wird. Sie dürfen ohne weiteres duschen, sollten aber kein Vollbad nehmen, bis die Wunde geheilt ist.

Bitte zögern Sie nicht, mich anzurufen, wenn irgend etwas Auffälliges geschieht: ungewöhnlich starke Schmerzen, Blutung oder Ausfluss aus der Wunde, Schmerzen in den Beinen etc.

Wenn Sie berufstätig sind, besteht der Anspruch auf eine Arbeitsunfähigkeit von einigen Tagen. Überlegen Sie sich, was Ihnen in Ihrer Situation eher entgegenkommt: vielleicht hilft Ihnen die Arbeit auch, die Wartezeit bis zum Eintreffen des feingeweblichen Untersuchungsresultates zu überbrücken.

Aufklärungsgespräch

Ich werde mit Ihnen in jedem Fall vor der Operation ein persönliches Aufklärungsgespräch führen. Bitte stellen Sie mir dann alle Fragen, die durch dieses Informationsblatt nicht bereits beantwortet sind oder wo Ihnen etwas nicht klar ist.

Sie erhalten sowohl dieses Informationsblatt als auch den Durchschlag der Dokumentation des Aufklärungsgespräches, damit Sie sich auch später versichern können, worüber wir gesprochen haben.